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Alljährlich um Sankt Martin gibt es in Vianden/Luxembourg ein feuriges Spektakel zu bewundern, das wohl in Europa seinesgleichen sucht. Schon bei der Ankunft im Ort riecht man deutlich das Gemisch aus Diesel, Öl und Benzin. Nach der Abendmesse beginnt der alte Brauch auf zwei den Ort umgebenden Bergkuppen mit zwei riesigen Feuerexplosionen (so was haben wir noch nie gesehen!!!), man glaubt die Berge würden brennen.

Dann schlängeln sich von den beiden Bergkuppen jeweils feurige Schlangen ins Tal Richtung Ortsmitte. Wenn sie dann im Ort ankommen entpuppen sich die Feuerschlangen als eine große Anzahl von Menschen, die in Drahtkörben und an Ketten oder Drahtschlingen Feuerbälle hinter sich her ziehen. Die Gestalten (Frauen, Männer, Jugendliche, Kinder) sind in alte Klamotten gehüllt, meist vermummt und die Gesichter geschwärzt.  Manch besonders kühne Schwarzmänner schleudern die Feuerbälle über ihren Köpfen, bevor sie sie auf dem Asphalt schleudern und so eine kleine Explosion auslösen. Die beiden Gruppen repräsentieren wohl das Ober- und Unterdorf von Vianden. Sie rufen und singen aber die selben Texte.

Das ganze dauert gut eine Stunde und das erstaunliche ist, dass diese Feuerbälle ununterbrochen brennen ohne nochmals mit Irgendetwas getränkt zu werden. Und das ist wohl die hohe Kunst: So soll jede Familie ihr eigenes Rezept hüten, mit welchen Flüssigkeiten die Lumpen am brennen gehalten werden. Man sieht fast keine Touristen, die Strassen werden nur von den Einheimischen gesäumt. Große Touristenmassen wären wohl das Ende dieses alten urigen Brauches, da dann die Gefahr eines Unfalls wachsen würde. Am Ende sammelt die Feuerwehr von Vianden die Feuerbälle ein, die dann noch sehr lange auf einem großen Haufen weiterbrennen, während die “schrägen Gestalten” gemeinsam bei einem Bier weiter feiern. Unsere Fotos können nur eine ungefähre Vorstellung von diesem Ereignis vermitteln, aber sie machen neugierig. Wir werden nächstes Jahr wieder dabei sein!